Ein Imagefilm für die Website, mehrere kurze Videos für LinkedIn, Reels für Instagram und vielleicht noch eine Version ohne Ton für den Messestand: Aus einem Drehtag soll heute möglichst viel Content entstehen.
Grundsätzlich ist das kein Problem. Es funktioniert allerdings nur dann wirklich gut, wenn bereits vor dem Dreh feststeht, wo die Aufnahmen später eingesetzt werden sollen. Denn aus einem Film im klassischen Querformat wird nicht automatisch ein gutes Hochformatvideo, nur weil man links und rechts etwas abschneidet.
Ein Film läuft heute selten nur an einem Ort
Früher wurde ein Unternehmensfilm häufig für einen klar definierten Zweck produziert: für die Website, eine Präsentation oder den Messestand. Heute wird das gleiche Material meist auf mehreren Kanälen benötigt.
Typische Ausspielungen sind:
- ein Hauptfilm im Format 16:9
- kurze Versionen für LinkedIn und andere soziale Netzwerke
- Reels und Shorts im Hochformat 9:16
- quadratische oder leicht hochformatige Varianten
- Fassungen mit und ohne Ton
- Versionen mit fest eingebrannten Untertiteln
- unterschiedliche Sprachfassungen
- kurze Ausschnitte für Präsentationen oder Displays
Das ist sinnvoll, weil ein professionell organisierter Drehtag eine große Menge verwertbares Material liefert. Gleichzeitig steigen dadurch aber die technischen und gestalterischen Anforderungen.
Hochformat beginnt nicht erst im Schnitt
Wenn ein Video später auch als Reel funktionieren soll, berücksichtigen wir das bereits beim Dreh. Personen, Produkte und wichtige Bildelemente müssen so positioniert werden, dass sie sowohl im Querformat als auch in einem deutlich schmaleren Hochformat sichtbar bleiben.
Steht eine Person im Querformat weit am Rand, kann das im Imagefilm gut aussehen. Im Hochformat ist sie möglicherweise komplett verschwunden. Auch Schilder, Maschinen, Logos oder andere wichtige Details können durch den späteren Bildausschnitt verloren gehen.
Je früher diese Anforderungen bekannt sind, desto besser kann das Material dafür aufgenommen werden. „Wir machen daraus später noch ein Reel“ ist möglich. Es liefert aber nicht automatisch das gleiche Ergebnis wie ein Reel, das von Anfang an mitgedacht wurde.
Was das für die Aufnahme konkret bedeutet
Fünf Regeln, an die wir uns halten, sobald ein Dreh auch Hochformat liefern soll:
- In 4K drehen. Ein Ausschnitt im Format 9:16 aus Full HD ist nur rund 600 Pixel breit und wird auf dem Smartphone sichtbar weich. Aus einem Bild in 4K bleibt für das Hochformat noch ein sauberes Full HD übrig. Das ist eine Entscheidung vor dem Dreh, nicht im Schnitt.
- Mittig kadrieren und Schutzzone einhalten. Die Person steht in der Bildmitte, links und rechts bleibt jeweils rund ein Drittel des Bildes ohne wichtige Inhalte. Am Kameramonitor blenden wir den Bereich für 9:16 ein, damit beim Dreh sofort sichtbar ist, was später übrig bleibt. Logos, Schilder und Produkte gehören nie an den Rand.
- Schlüsselszenen zusätzlich hochkant aufnehmen. Produktdetails, Bewegung und Szenen, die das Reel tragen sollen, drehen wir separat im Hochformat, mit gedrehter oder zweiter Kamera. Das braucht Drehzeit und gehört deshalb in die Planung.
- Interviews so führen, dass Antworten alleine stehen. Ein Reel hat keine Frage davor. Die Antwort muss die Frage enthalten, in kurzen, abgeschlossenen Sätzen, mit der Kernaussage zuerst. Wir stellen Fragen deshalb so und lassen Aussagen bei Bedarf noch einmal kompakt wiederholen.
- Untertitelzone freihalten. Instagram, TikTok und LinkedIn legen Bedienelemente über den unteren Rand und die rechte Seite. Untertitel setzen wir ins untere Bilddrittel, aber nicht an die Kante. Beim Dreh heißt das: Hände, Produkte und Beschriftungen nicht zu tief im Bild, Kopf nicht zu hoch.
Was Sie vor dem Dreh klären sollten
Damit wir das alles einplanen können, brauchen wir vor dem Drehtag Antworten auf ein paar Fragen. Je vollständiger diese Liste ist, desto besser wird das Material für jede Fassung:
Die beiden Punkte zu Musik und Einverständnissen werden am häufigsten vergessen. Eine Musiklizenz gilt oft nur für die eigene Website, und ein Einverständnis für den Imagefilm deckt nicht automatisch ein Reel auf Instagram ab. Beides lässt sich vor dem Dreh in wenigen Minuten klären und nachträglich nur mit viel Aufwand.
Reels und Untertitel gehören bei uns zum Standard
Kurze Versionen für Social Media entstehen bei entermedia inzwischen als fester Teil des Arbeitsablaufs. Reels und Untertitel sind für uns keine nachträglichen Sonderfälle mehr, sondern ein fester Bestandteil unseres Produktionsablaufs.
Bereits bei der Vorbereitung überlegen wir, welche Aussagen sich als kurze Einzelclips eignen und welche Szenen auch im Hochformat funktionieren. Während des Drehs entstehen bei Bedarf zusätzliche Einstellungen, die gezielt für Reels oder kurze Videos in sozialen Netzwerken gedacht sind.
Auch Untertitel werden von Beginn an berücksichtigt. Das ist wichtig, weil viele Videos auf sozialen Netzwerken zunächst ohne Ton angesehen werden. Ein Video muss deshalb auch dann verständlich bleiben, wenn das Smartphone stummgeschaltet ist.
Untertitel sind mehr als eine automatisch erzeugte Textspur. Sie müssen gut lesbar sein, im richtigen Moment erscheinen und dürfen weder wichtige Bildinhalte noch die Bedienelemente der Plattform verdecken.
Zudem müssen Namen, Fachbegriffe und branchenspezifische Formulierungen korrekt geschrieben sein.
Einmal drehen heißt nicht einmal schneiden
Aus einem gemeinsamen Drehtag können mehrere eigenständige Inhalte entstehen. Entscheidend ist, das Material nicht nur zu kürzen, sondern für den jeweiligen Einsatzzweck neu zu denken.
Ein zweiminütiger Unternehmensfilm folgt einer anderen Dramaturgie als ein Reel mit 20 Sekunden Laufzeit. Auf der Website darf sich ein Film etwas mehr Zeit nehmen. In sozialen Netzwerken muss der Einstieg meist deutlich schneller funktionieren. Eine Messeversion wiederum muss häufig ohne Ton verständlich sein und kann in einer Schleife laufen.
Der Irrtum
Eine Datei, dreimal skaliert
- 1Hauptfilm auf 20 Sekunden gekürzt
- 2links und rechts beschnitten
- 3Tonspur entfernt, fertig
Der Einstieg kommt zu spät, die Person steht halb im Bild und ohne Ton fehlt die Aussage.
Unser Ansatz
Drei Fassungen, drei Aufgaben
- Website: zwei Minuten, der Film darf sich Zeit nehmen
- Social Media: 20 Sekunden, Einstieg in den ersten Sekunden, Untertitel eingebrannt
- Messe: ohne Ton verständlich, läuft in Schleife
Gleiches Material, für jeden Einsatz neu gedacht.
Deshalb entstehen aus einem Dreh nicht einfach nur verschieden große Dateien. Es entstehen unterschiedliche Fassungen mit jeweils eigener Aufgabe.
Automatisiert vorbereitet, von Menschen abgenommen
Bei Produktionen mit vielen Fassungen fallen wiederkehrende Arbeiten an: Transkriptionen, Untertitelgrundlagen, die Suche nach passenden Interviewpassagen, Exportstrukturen für alle Formate. Diese Schritte haben wir automatisiert, zum Teil mit KI. Das macht uns bei Projekten mit vielen Formaten und Untertiteln deutlich schneller, und die gewonnene Zeit fließt in Auswahl, Dramaturgie, Gestaltung und Timing.
Bevor eine erste Version unser Haus verlässt, prüft sie ein Mensch vollständig: Inhalt und Reihenfolge der Aussagen, Rechtschreibung der Untertitel, Namen und Fachbegriffe, Bild, Ton, Corporate Design und Exportformate. KI entscheidet nicht, ob eine Aussage sympathisch wirkt, ein Schnitt den richtigen Rhythmus hat oder ein Film zum Unternehmen passt. Die erste Version, die Sie erhalten, ist deshalb keine ungeprüfte Ausgabe einer KI, sondern eine von uns abgenommene Fassung.
Mehr Content ohne fünf separate Produktionen
Wenn Formate, Plattformen und Einsatzbereiche früh feststehen, lässt sich ein Drehtag deutlich besser nutzen. Der Aufwand für Reels, Untertitel und zusätzliche Fassungen wird planbar, und es müssen nicht für jeden Kanal eigene Aufnahmen organisiert werden.
Genau hier greifen Vorbereitung, Produktion, Postproduktion und unsere automatisierten Abläufe ineinander:
- 1Vorbereitung
Formate, Kanäle und Einsatzorte werden vor dem Dreh festgelegt.
- 2Dreh
4K, mittige Kadrierung mit Schutzzone, clipfähige Interviewantworten, eigene Hochformataufnahmen.
- 3Postproduktion
Transkription, Untertitel und Exportstrukturen automatisiert vorbereitet, jede Fassung eigenständig geschnitten.
- 4Abnahme
Jede Version wird von Menschen geprüft, bevor sie das Haus verlässt.
Das Ergebnis ist nicht einfach nur „mehr Content“, sondern Material, das für seinen jeweiligen Einsatz tatsächlich funktioniert.
Kurz gesagt: Ein Dreh kann heute sehr viel leisten. Aber nur, wenn man nicht erst im Schnitt darüber nachdenkt, was daraus alles werden soll.
Ein Drehtag, alle Formate. Von Anfang an geplant.
Sie planen einen Imagefilm, aus dem auch Reels, Clips für LinkedIn oder eine Messeversion entstehen sollen? Sagen Sie uns vor dem Dreh, wo das Material laufen soll. Den Rest planen wir mit ein.




